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	<title>Kritische Masse &#187; Sozialarchitektur</title>
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		<title>Potenzgesetze für eine bessere Welt // Teil 1.</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 21:32:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Weicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brainware]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialarchitektur]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektive Intelligenz]]></category>
		<category><![CDATA[Social Networks]]></category>

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		<description><![CDATA[Potenzgesetze, im englisch bildhaft als &#8220;Power laws&#8221; bezeichnet, beschreiben Eigenschaften von Zuständen, Vorgängen und Verhältnissen, bei denen auch bei Skalierung der Betrachtungsgrößen die Eigenart oder Charakteristik inklusive seiner Eckwerte weitestgehend exakt gleich bleibt, so dass ein Zustand der Universalität gegeben ist. Dabei wird die Abhängigkeit zweier Faktoren betrachtet, von denen sich der eine exponentiell entwickelt, [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-820" style="border: 2px solid black; margin: 10px;" title="powerlaw" src="http://blog.schulezweipunktnull.de/wp-content/uploads/2010/01/powerlaw.jpg" alt="powerlaw" width="150" height="150" />Potenzgesetze, im englisch bildhaft als &#8220;Power laws&#8221; bezeichnet, beschreiben Eigenschaften von Zuständen, Vorgängen und Verhältnissen, bei denen auch bei Skalierung der Betrachtungsgrößen die Eigenart oder Charakteristik inklusive seiner Eckwerte weitestgehend exakt gleich bleibt, so dass ein Zustand der Universalität gegeben ist. Dabei wird die Abhängigkeit zweier Faktoren betrachtet, von denen sich der eine exponentiell entwickelt, während der andere lienar verläuft. Das klassische Beispiel hierfür ist die Wahrscheinlichkeit für Erdbeben. Ein Erdbeben mit doppelter Größe kommt viermal seltener vor.</p>
<p>Potenzgesetze kommen dabei in der Natur als auch in sozialen Netzen vor und sind damit ein fester Bestandteil der wissenschaftlichen Forschung. Ich halte sie bei Überlegungen zu den Aspekten der Netzkultur für wichtig, da sie sowohl das Netzwerk als Lebensraum, als auch die Menschen, die in ihm interagieren, helfen zu beschreiben. Dies ist zudem interessant für den ständig wachsenden Teil eine wissensbasierte Wirtschaft, die sich dieser Gesetzmäßigkeiten oft nicht bewußt ist und unter den Begrifflichkeiten &#8220;Social Media&#8221; und &#8220;Enterprise 2.0&#8243; so manchen Rohrkrepierer erlebt hat.</p>
<p>Viele von diesen Gesetzmäßigkeiten sind durch ein hohes Maß an Forschung, Daten und Mathematik untermauert, während andere nur dem gesunden Menschenverstand und der sichtbaren Wahrheit folgen. Hier nun einige der Regeln für eine bessere Welt in alphabetischer Rheinfolge.<span id="more-819"></span></p>
<p><strong>Amaras Gesetz</strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-827" style="border: 2px solid black; margin: 10px;" title="amara" src="http://blog.schulezweipunktnull.de/wp-content/uploads/2010/01/amara.jpg" alt="amara" width="75" height="75" /></p>
<p><em>&#8220;Wir neigen dazu, die Auswirkungen einer Technologie auf kurze Sicht zu überschätzen und unterschätzen die Wirkung auf lange Sicht.&#8221; </em></p>
<p>Dies betrifft seit der Erfindung des Buchdruckes alle wichtigen technologischen Veränderungen in unsere Gesellschaft: Der Hype-Zyklus, der die Wahrnehmung des Wandels begleitet. Nach der ersten Adaption erfolgt die Enttäuschung, das die erwarteten Veränderungen nicht so schnell eintreten wie erhofft. Die Berichterstattung über die neue Technologie nimmt ab, führt langfristig jedoch über eine realistische Einschätzung wieder auf den Pfad der Erleuchtung. Es entsteht ein Verständnis für die Vorteile, die praktische Umsetzung, aber auch für die Grenzen der neuen Technologie.<em><a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Roy_Amara"> http://en.wikipedia.org/wiki/Roy_Amara</a></em></p>
<p><strong>Beckstroms Gesetz</strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-826" style="border: 2px solid black; margin: 10px;" title="beckstrom" src="http://blog.schulezweipunktnull.de/wp-content/uploads/2010/01/beckstrom.jpg" alt="beckstrom" width="75" height="75" /></p>
<p>Ursprünglich von Rod Beckstrom formuliert ist Beckstroms Gesetz eine Möglichkeit, die Berechnung den tatsächlichen Wert eines Netzwerks zu ermitteln. Die Prämisse ist, dass durch das Entfernen des Netzes und die Berechnung alternativer Möglichkeiten, die Möglichkeit besteht den wahren Wert eines vernetzen Geschäftsprozesses zu ermitteln.<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Beckstrom%27s_law"> http://en.wikipedia.org/wiki/Beckstrom%27s_law</a></p>
<p><strong>Dunbars Zahlen</strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-825" style="border: 2px solid black; margin: 10px;" title="dunbar" src="http://blog.schulezweipunktnull.de/wp-content/uploads/2010/01/dunbar.jpg" alt="dunbar" width="75" height="75" /></p>
<p>Während eine Vielzahl von Diskussionen zum Thema oft nur variieren, bleiben Dunbars Zahlen als nützliche Warnung bestehen, dass unsere sozialen Kapazitäten nämlich begrenzt sind. Wir sind Schätzungen zufolge in der Lage rund 150 aktive sozialen Beziehungen zu pflegen, darüber hinaus setzt eine Überbelastung ein und verliert das persönliche Netzwerk an Effektivität. Das Konzept von sozialen Netzwerken ist also technisch zwar beliebig skalierbar, jedoch stößt die Beteiligung und Aufmerksamkeit des einzelnen dabei an eine natürliche Grenzen.<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Dunbar%27s_number"> http://en.wikipedia.org/wiki/Dunbar%27s_number</a></p>
<p><strong>Gilders Gesetz</strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-824" style="border: 2px solid black; margin: 10px;" title="gilder" src="http://blog.schulezweipunktnull.de/wp-content/uploads/2010/01/gilder.jpg" alt="gilder" width="75" height="75" /></p>
<p>Gilders Gesetz besagt, dass sich die Netzwerk-Bandbreite alle 18 Monate verdreifacht. Es bedeutet damit auch, das sich unsere Möglichkeit zur Kommunikation schneller verbessert als die eigentliche Rechenleistung steigt. Die Kosten für Kommunikation, egal wie komplex, laufen damit in relativ kurzer Zeit gegen Null und es kommt zu einer zunehmenden Verschwendung der Kommunikationsmittel.<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/George_Gilder"> http://en.wikipedia.org/wiki/George_Gilder</a></p>
<p><strong>Goodharts Gesetz</strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-823" style="border: 2px solid black; margin: 10px;" title="goodhart" src="http://blog.schulezweipunktnull.de/wp-content/uploads/2010/01/goodhart.jpg" alt="goodhart" width="75" height="75" /></p>
<p>Die Idee besagt,daß sobald ein Sozial- oder Wirtschaftsindikator oder anderes Maß als Ziel definiert wird, um eine Sozial- oder Wirtschaftspolitik durchzusetzen, dieses Maß seinen Informationsgehalt verliert, den es für diese Rolle qualifizieren würde. Es ist keine eingängige Grundregel, und Goodharts Gesetz zeigt, das Sozialsysteme häufiger einer größeren Dynamik unterliegen sind, der mit reiner Logik nicht beizukommen ist. Eine Idee, die tiefe Auswirkungen für die Messbarkeit von Communities hat. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Goodhart%27s_law">http://en.wikipedia.org/wiki/Goodhart%27s_law</a></p>
<p><strong>Hawthorne Effekt</strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-822" style="border: 2px solid black; margin: 10px;" title="hawthorne" src="http://blog.schulezweipunktnull.de/wp-content/uploads/2010/01/hawthorne.jpg" alt="hawthorne" width="75" height="75" /></p>
<p>Der Hawthorne-Effekt ist ein Phänomen der gruppenbasierten Beobachtungsstudien. Teilnehmer einer Studie können ihr Verhalten ändern, wenn sie wie wissen das sie Bestandteil einer Untersuchung sind. Auf die Arbeitswelt übertragen ergab sich daraus die Erkenntnis, dass die menschliche Arbeitsweise nicht nur von den objektiven Arbeitsbedingungen, sondern ganz wesentlich auch von sozialen Faktoren geprägt ist. Dieser Effekt kommt auch beim Aufbau von Online-Communities zum tragen. Entscheidender als die technische Umsetzung und die Rahmenbedingungen ist das soziale Gefüge der Menschen innerhalb dieses sozialen Netzwerkes. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hawthorne_effect">http://en.wikipedia.org/wiki/Hawthorne_effect</a></p>
<p><strong>Hotellings Gesetz</strong></p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-821" style="border: 2px solid black; margin: 10px;" title="hotelling" src="http://blog.schulezweipunktnull.de/wp-content/uploads/2010/01/hotelling.jpg" alt="hotelling" width="75" height="75" /></p>
<p>Es besagt, dass rational handelnde Produzenten versuchen, ihre Produkte so ähnlich wie möglich im Vergleich zu ihren Wettbewerbern zu gestalten. Hotellings Gesetz wird auch als das &#8220;Prinzip der minimalen Unterscheidung&#8221; bezeichnet. Im Zeitalter von Long Tail und Mass Customizazion scheint Hotellings Gesetz in vielen Online-Bereichen noch immer zu gelten. Ähnlichkeit erzeugt oft Aggregation, die zu einem Netzwerkeffekt innerhalb der Mitglieder und der Gruppe als ganzes führt. Obwohl wir uns heute mit Gott und der Welt vernetzten können, suchen wir also Bereiche auf, die eine Mutation unseres eigenen Ichs sind, sowohl emotional als auch rational. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hotelling%27s_rule">http://en.wikipedia.org/wiki/Hotelling%27s_rule</a></p>


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		<title>Die seelischen Einheit der Masse</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Oct 2009 20:04:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Weicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sozialarchitektur]]></category>

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		<description><![CDATA[Im gewöhnlichen Sinne bedeutet Masse ein Zusammenschluss oder eine Vereinigung einzelner zu einer beliebigen Gruppe mit beliebigen Anlaß. Unter psychologischen Gesichtspunkt findet sich sich eine viel differenzierte Betrachtungweise zum Thema Masse. Unter bestimmten Umständen, und nur unter diesen, besitzt die Vereinigung einzelner Menschen, neue, von den Eigenschaften des einzelnen sich unterscheidende  Merkmale. Die Persönlichkeit des [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-full wp-image-760" style="border: 2px solid black; margin: 15px;" title="2957154223_bdb54fddff_b-tiltshift" src="http://blog.schulezweipunktnull.de/wp-content/uploads/2009/10/2957154223_bdb54fddff_b-tiltshift.png" alt="2957154223_bdb54fddff_b-tiltshift" width="150" height="150" />Im gewöhnlichen Sinne bedeutet Masse ein Zusammenschluss oder eine Vereinigung einzelner zu einer beliebigen Gruppe mit beliebigen Anlaß. Unter psychologischen Gesichtspunkt findet sich sich eine viel differenzierte Betrachtungweise zum Thema Masse. Unter bestimmten Umständen, und nur unter diesen, besitzt die Vereinigung einzelner Menschen, neue, von den Eigenschaften des einzelnen sich unterscheidende  Merkmale. Die Persönlichkeit des Einzelnen verschwindet, die Gefühle und Gedanken aller einzelnen sind in eine Richtung orientiert. Es entsteht eine Gemeinschaftsseele, die zwar veränderbar ist, jedoch einen eigenen Charakter darstellt. Aus der organischen Masse ist eine psychologische Masse geworden.<span id="more-754"></span></p>
<p>Sie bildet ein eigenes Wesen und unterliegt dem Gesetz der seelischen Einheit der Masse. Die Tatsache, das sich viele Menschen zusammenfinden, verleiht ihnen jedoch nicht automatisch die Eigenschaften einer organisierten Masse. Nur weil sich Menschen zufällig auf einem öffentlichen Platz ohne bestimmten Zweck versammeln sorgt dafür, das sich eine Masse im psychologischen Sinne bildet. Hierfür ist der Einfluss eines Reizes nötig, der in diesem Artikel grob umrissen werden soll.</p>
<p><img class="size-full wp-image-761 alignright" style="border: 2px solid black; margin: 15px;" title="3615813495_86eb50744e_o-tiltshift" src="http://blog.schulezweipunktnull.de/wp-content/uploads/2009/10/3615813495_86eb50744e_o-tiltshift.png" alt="3615813495_86eb50744e_o-tiltshift" width="150" height="150" />Das schwinden der bewussten Persönlichkeit des einzelnen und das Aufkeimen von Gefühlen und Gedanken in eine bestimmte Masse-Richtung bedarf nicht immer der konkreten Anwesenheit mehrerer Menschen an einem bestimmten Ort, wie wir spätestens seit der Internet-Meme zur Wahl im Iran wissen. Tausende voneinander getrennt lebende können im richtigen Augenblick unter dem Einfluss starker Gemütsbewegungen die Kennzeichen einer psychologischen Masse annehmen. Irgendein Zufall, der sie vereint, genügt, damit ihre Handlungen die Form der Massenhandlung annehmen. In gewissen historischen Augenblicken können sogar wenige Menschen eine psychologische Masse ausmachen, während in einem anderen Moment mehrere tausend Menschen nicht ausreichen eine Bewegung loszulösen.</p>
<p>Formt sich nun eine psychologische Masse, so erwirbt sie allgemein bestimmbare Merkmale. Diese festen Merkmalen werden durch dynamische Merkmale ergänzt, die je nach Zusammensetzung der Masse und ihrer geistigen Struktur  sich verändern. Das Überraschendste an einer psychologischen Masse ist die Tatsache, dass es egal ist welcher Art der einzelne ist, der zur Bildung der Masse beiträgt; es egal ist wie ähnlich oder unähnlich sich die Personen in einer solchen Gruppe sind, sei es über den Aspekt der Lebensweise, Charakter oder Intelligenz. Durch die Vereinigung zur Masse entsteht eine Gemeinschaftsseele, innerhalb derer das Individuum auf andere Weise fühlt, denkt und handelt, als es für sich selbst agieren würde.</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-758" style="border: 2px solid black; margin: 15px;" title="310150073_7e6e1791f2_o-tiltshift" src="http://blog.schulezweipunktnull.de/wp-content/uploads/2009/10/310150073_7e6e1791f2_o-tiltshift.png" alt="310150073_7e6e1791f2_o-tiltshift" width="150" height="150" />Gewisse Ideen und Gefühle treten nur bei denen zur Masse zugeneigten auf und führen zu entsprechenden Handlungen. Die psychologische Masse ist also ein unbestimmtes Wesen, das aus ungleichen Bestandteilen besteht, die sich für einen Augenblick verbinden. Im organischen Sinne gesprochen entsteht aus der Vereinigung mehrerer Zellen ein neuer Organismus mit neuen Eigenschaften, die nicht von den ursprünglichen Zellen vererbt wurden. Die Masse ist daher nicht so intelligent wie der Durchschnitt ihrer Teilnehmer. Es ist zwar leicht festzustellen, inwieweit der einzelne in einer Masse sich von einem außenstehenden Individuum unterscheidet, die Ursachen jedoch zu erklären fällt schwerer.</p>
<p>Um die Ursachen zu verstehen sollte man sich eine zentrale Feststellung der modernen Psychologie in Erinnerung rufen, daß nicht nur im organischen Leben, sondern auch in den Vorgängen des Verstandes das Unbewusste eine ausschlaggebende Rolle spielt. Das Bewusste spielt im Vergleich zum Unbewussten nur eine untergeordnete Rolle. Bewußte Handlungen entspringen einer unbewußten Grundlage, die durch Vererbung geschaffen wird. Die Mehrzahl unserer täglichen Handlungen ist nur das Ergebnis verborgener Triebkräfte, die sich unserer Kenntnis entziehen.</p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-757" style="border: 2px solid black; margin: 15px;" title="122292726_7854d621a2_o-tiltshift" src="http://blog.schulezweipunktnull.de/wp-content/uploads/2009/10/122292726_7854d621a2_o-tiltshift.png" alt="122292726_7854d621a2_o-tiltshift" width="150" height="150" />Durch die vererbten unbewußten Bestandteile, die unsere Rasse bilden, ähneln sich alle einzelnen der Rasse, durch die bewussten Anlagen hingegen, bewusste Erziehung, unterscheiden sie sich voneinander. Daher haben Menschen von verschiedenster Intelligenz äußerst ähnliche Triebe. Zwischen einem großen Strategen und einem Handwerker kann verstandesgemäß ein Abgrund klaffen, aber hinsichtlich des Charakters ist der Unterschied oft nicht sehr groß. Besucher von Fußballspielen, Rockkonzerten, Freudenhäusern oder Automessen seien hier exemplarisch angeführt. Diese allgemeinen und unbewußten Charaktereigenschaften werden in der Masse vergemeinschaftlicht. In der Seele der Masse verwischt die Persönlichkeit des Einzelnen und die unbewußten Eigenschaften überwiegen.</p>
<p>Dies erklärt auch, warum Massen eine gewisses Handlungsniveau nicht überschreiten können um bestimmte Handlungen auszuführen. So unterscheiden sich die Ergebnisse einer Versammlung von hervorragenden, aber verschiedenartigen Menschen nicht merklich von denen einer Versammlung von Dummköpfen. Sie können nur mittelmäßige Allerweltseigenschaften vergemeinschaftlichen. Die Masse nimmt also nicht den Geist, sondern nur die Mittelmäßigkeit in sich auf. So hat nicht die &#8220;ganze Welt mehr Geist als Voltaire&#8221;, sondern eher &#8220;Voltaire mehr Geist als die ganze Welt&#8221;. Beschränken sich die Individuen innerhalb einer Masse aber auf die Verschmelzung ihrer allgemeinen Eigenschaften, so ergäbe sich daraus nur der Durchschnitt, aber nicht die Schöpfung neuer Eigentümlichkeiten.</p>
<p><img class="size-full wp-image-759 alignleft" style="border: 2px solid black; margin: 15px;" title="428075123_3d3ab4af60_o-tiltshift" src="http://blog.schulezweipunktnull.de/wp-content/uploads/2009/10/428075123_3d3ab4af60_o-tiltshift.png" alt="428075123_3d3ab4af60_o-tiltshift" width="150" height="150" />Die Entstehung von Charaktereigenschaften einer Masse hat dabei verschiedene Ursachen. Zum einen erlangt der einzelne in der Masse schon durch die Tatsache der &#8220;Menge Mensch&#8221; zum Teil ein Gefühl unüberwindlicher Macht, welches ihm erlaubt Gefühle zu entwickeln, die er für sich allein notwendig gezügelt hätte. Je größer die Namenlosigkeit und die Verantwortungslosigkeit der Masse ist, umso eher verschwindet er in ihr. Zum anderen kommt es zu einer geistigen Übertragung. In der Masse ist jedes Gefühl oder jede Handlung übertragbar. Dies kann soweit gehen, daß der einzelne seine persönlichen Wünsche dem Gesamtwunsch opfert, wie wir es bei religiösen Gemeinschaften beobachten können. Die wichtigste Ursache ist jedoch die Beeinflußbarkeit, von der die geistige Übertragung nur eine Version ist.</p>
<p>Diese Beeinflussbarkeit durch den Schoß der Masse kann dabei hypnotische Auswirkungen auf den einzelnen haben. Der Verstand wird lahmgelegt und der einzelne wird Sklave seiner unbewußten Kräfte, die durch die Seele der Masse gelängt werden. Dies kann bis zu bewussten Löschung der Persönlichkeit  führen. Die Masse wird dabei zum Hypnotiseur des Individuums.</p>
<p><img class="alignright size-thumbnail wp-image-641" style="border: 2px solid black; margin: 15px;" title="Macht der Masse" src="http://blog.schulezweipunktnull.de/wp-content/uploads/2009/08/03-150x150.png" alt="Macht der Masse" width="150" height="150" />Die Hauptmerkmale des einzelnen in der Masse sind also das Schwinden der bewussten Persönlichkeit, die Vorherrschaft des unbewußten Wesens, Leitung der Gedanken und Gefühle durch Beeinflussung und Übertragung in die gleiche Richtung, und Neigung der Verwirklichung der eingeflößten Idee. Der einzelne ist also nicht mehr er selbst. Durch die Gruppenmitgliedschaft steigt das gebildete Individuum auf der Leiter der Kulturen einige Stufen Richtung Barbarei herab und wird zu einem Sandkorn in einem Haufen von Sandkörnern. Die Masse ist dem alleinstehenden intellektuell daher stets untergeordnet. Hinsichtlich der Gefühle und der daraus entstehenden Handlungen kann sie aber besser oder schlechter sein. Es hängt also vom Einfluss ab, unter dem die Masse steht. So kann man sie leicht für den Glauben in den Tod schicken, man kann sie aber auch für Ruhm und Ehre begeistern. Dies mag erschreckend und wie die Kiste der Pandora wirken, aber durch solche Mechaniken vollzieht sich Geschichte und damit auch ein gesellschaftlicher Wandel. So gesehen ist es fraglich ob eine mit kalter Überlegung und Planung angedachte Revolution überhaupt möglich wäre.</p>


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		<title>Die Macht der Masse</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Aug 2009 09:22:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Weicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sozialarchitektur]]></category>

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		<description><![CDATA[Die großen Veränderungen durch das Medium Internet, die den gesellschaftlichen Umbrüchen vorausgegangen sind, scheinen auf den ersten Blick durch bedeutsame technische Veränderungen bestimmt zu sein: sei es die digitale Verfügbarkeit und Produktion von Inhalten oder die Möglichkeit zur digitalen Kommunikation über alle Grenzen hinweg und rund um die Uhr. Diesen scheinbaren Ursachen liegt jedoch eine [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-641" style="border: 2px solid black; margin: 15px;" title="Macht der Masse" src="http://blog.schulezweipunktnull.de/wp-content/uploads/2009/08/03-150x150.png" alt="Macht der Masse" width="150" height="150" /></p>
<p>Die großen Veränderungen durch das Medium Internet, die den gesellschaftlichen Umbrüchen vorausgegangen sind, scheinen auf den ersten Blick durch bedeutsame technische Veränderungen bestimmt zu sein: sei es die digitale Verfügbarkeit und Produktion von Inhalten oder die Möglichkeit zur digitalen Kommunikation über alle Grenzen hinweg und rund um die Uhr.</p>
<p>Diesen scheinbaren Ursachen liegt jedoch eine tiefergehende Veränderung  der gesellschaftlichen Sichtweise zugrunde. Es ist also nicht das Web 2.0, das uns durch seine Möglichkeiten und Ausmaße  verwundert. Die einzige bedeutsame Veränderung dabei vollzieht sich innerhalb der Anschauungen, Begrifflichkeiten und Werten der Menschen, die dieses Medium nutzen. Sie werden die kulturelle Erneuerung einleiten, denn die bemerkenswertesten Ereignisse der Geschichte sind die sichtbaren Wirkungen von unsichtbaren Veränderungen des menschlichen Denkens.<span id="more-637"></span></p>
<p><img class="alignright size-thumbnail wp-image-640" style="border: 2px solid black; margin: 15px;" title="Macht der Masse" src="http://blog.schulezweipunktnull.de/wp-content/uploads/2009/08/02-150x150.png" alt="Macht der Masse" width="150" height="150" />Dieser Prozeß findet selten statt und braucht seine Zeit, da sich das Erbgut der sozialen Gefühle nur langsam verändert. Ideen und Werte der Vergangenheit, obwohl schon halb zerstört, sind noch sehr mächtig Sie sind über Jahre gewachsen, und die Ideen, die sie ersetzen sollen, sind erst in der Bildung begriffen. So ist die jetzige Situation, wie wir sie in der Diskussion zum Thema Informationsfreiheit und Copyright sehen, logischerweise eine Zeit des Überganges und der Anarchie.</p>
<p>Das menschliche Denken hat sich von alten Ideen noch nicht gelöst und neue Werte sind noch nicht als gegeben allgemein anerkannt. Die Frage nach Open Access, des Verzichts von Besitzansprüchen an Erkenntnissen und der Verpflichtung zum offenen Wissensaustausch, hat im Moment keinen gesellschaftlichen Konsens, doch wird sie langfristig durch das egoistische und altruistische Wesen des Menschen beantwortet werden.</p>
<p>Was aus diesem notwendigen Chaos hervorgehen wird, ist im Moment nicht leicht zu sagen. Auf welchen Grundgedanken wird sich unsere Gesellschaft in Zukunft aufbauen? Wir können es nicht vorhersagen. Aber schon jetzt ist klar, dass bei der Organisation die Macht der Masse ein wichtiges Element sein wird.</p>


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		<title>Aus Raider wird jetzt Twix</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Aug 2009 11:20:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Weicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Schule 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialarchitektur]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus Raider wird jetzt Twix, oder sonst ändert sich hier nix. In den letzten Monaten ging es auf Schule 2.0 um die Chancen und Risiken, die sich aus der Digitalisierung und Vernetzung der Kommunikation ergeben und den Ausblick auf neue Strukturen für den Bildungsbetrieb. Es war die Evolution des Mediums Internet durch das Mikroskop &#8220;Schule&#8221; [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus Raider wird jetzt Twix, oder sonst ändert sich hier nix.</p>
<p>In den letzten Monaten ging es auf Schule 2.0 um die Chancen und Risiken, die sich aus der Digitalisierung und Vernetzung der Kommunikation ergeben und den Ausblick auf neue Strukturen für den Bildungsbetrieb. Es war die Evolution des Mediums Internet durch das Mikroskop &#8220;Schule&#8221; betrachtet.</p>
<p>Durch berufliche Veränderungen, aber auch neue Projekte aus dem Bereich NGO, werde ich das Mikroskop nun gegen das Teleskop austauschen, denn die Herausforderungen, die vor uns liegen gelten für viele Organsiatiosformen.</p>
<p>Da unterscheidet sich ein Unternehmen im Kern nicht von einer Schule, einer Organisation oder einem Stammtisch. Es geht darum, hierarchische Systeme, die wir benutzten um uns zu organisieren zu verstehen und wenn nötig zu verbessern.</p>
<p>Es geht um eine neue (digitale)  <a href="http://blog.schulezweipunktnull.de/2009/07/sozialarchitektur-oder-gesellschaftliche-wandel-im-internet-gestalten/">Sozialarchitektur</a> und bleibt hoffentlich für die Leserschaft weiterhin spannend.</p>


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		<title>Lesestoff: Social Architecture &amp; Community Building</title>
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		<pubDate>Mon, 06 Jul 2009 07:28:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Weicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lesestoff]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialarchitektur]]></category>
		<category><![CDATA[Charlene Li]]></category>
		<category><![CDATA[Gustave Le Bon]]></category>
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		<category><![CDATA[Social Networks]]></category>

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		<description><![CDATA[Für den Einstieg in das Thema Sozialarchitektur im Kontext von &#8220;Internet &#38; sozialen Netzwerken&#8221; gibt es eine Reihe inspirierender Bücher, die zwar oft Einzelaspekte des Themas behandeln, aber in der Summe einen guten Überblick liefern, wenn man vom Theoretisieren auch den Schritt in die Praxis wagen will. Gustave Le Bon: Psychologie der Masse Im Bereich [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Für den Einstieg in das Thema <a href="http://blog.schulezweipunktnull.de/category/sozialarchitektur/">Sozialarchitektur</a> im Kontext von &#8220;<em>Internet &amp; sozialen Netzwerken</em>&#8221; gibt es eine Reihe inspirierender Bücher, die zwar oft Einzelaspekte des Themas behandeln, aber in der Summe einen guten Überblick liefern, wenn man vom Theoretisieren auch den Schritt in die Praxis wagen will.<span id="more-537"></span></p>
<p><strong>Gustave Le Bon: Psychologie der Masse</strong></p>
<p>Im Bereich Sozialforschung gibt vor allem <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Gustave_Le_Bon">Gustave Le Bon</a> mit dem Klassiker der Massenpsychologie &#8220;Psychologie der Masse&#8221; aus dem Jahr 1895 einen visionären Überblick um das Verhalten von Gruppen. Mit tiefem Gespür für kulturelle Veränderungen analysiert Le Bon Phänomen und Funktion der Massen. Das Buch betrachtet dabei Fragen zu den Grundlagen gesellschaftlicher und politischer Systeme (&#8220;Wie kommen Revolutionen zustande?&#8221;, &#8220;Was ist die Charakterstruktur eines Führers der Massen?&#8221;) und zeigt dass ein Zeitalter der Massen stets ein Zeitalter grundlegender Umwandlungen ist.</p>
<p><strong>Malcolm Gladwell: Tipping Point &#8211; Wie kleine Dinge Großes bewirken können</strong></p>
<p>Das diese Umwandlungen oft von kleinen Veränderungen in die Wege geleitet werden können zeigt <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Malcolm_Gladwell">Malcolm Gladwell</a>, seines Zeichens Autor beim <a href="http://www.newyorker.com/magazine/bios/malcolm_gladwell/search?contributorName=malcolm%20gladwell">New Yorker </a>und <a href="http://www.gladwell.com/">lesenswerter Blogger</a>. Welche Personen benötigt es um ein Lauffeuer zu entfachen und was führt dazu das es manchmal wieder erlischt? Anhand von sozialen Epidemien zeigt Malcolm Gladwell auf welche verschiedenen Eigenschaften und Aufgaben Menschen innerhalb einer Masse haben und wie ihr Zusammenspiel funktioniert.</p>
<p><strong>Charlene Li &amp; Josh Bernoff: Groundswell &#8211; Winning in a World Transformed by Social Technologies</strong></p>
<p>Geschrieben von Beratern von Forrester Research, einem Marktforschungsunternehmen im Bereich Informationstechnologie, ist zwar eher ein praktisches <a href="http://blogs.forrester.com/groundswell/">Web 2.0 Handbuch</a> für Marketingstrategen, gruppiert und erklärt jedoch die verschiedenen Web 2.0 Dienste unter dem sozialen Aspekten sehr gut, liefert gut Beispiele und mit der &#8220;<em><a href="http://www.forrester.com/Groundswell/images/groundswell_figure_3-2.jpg">Social Technographics Ladder</a></em>&#8221; ein gut Visualisierung, in welche psychologischen Gruppen sich Internet-Nutzer einteilen lassen und welche kommunikativen Eigenschaften sie haben.</p>
<p><strong>Information Architecture &amp; Online Konzeption</strong></p>
<p>Die Anzahl der strategischen und nicht-technischen Werke zur Gestaltung von Online-Communities ist überschaubar. Vor allem in den Büchern von <a href="http://louisrosenfeld.com/home/">Louis Rosenfeld</a> und <a href="http://informationarchitecture.blogspot.com/">Henrik Arndt</a> gibt es eine gute Einführung in das Thema Informationsarchitektur und ihrer historischen Wurzeln in der &#8220;klassischen&#8221; Architektur. Es geht dabei hauptsächlich um die Strukturierung von Informationen. Mit den Web 2.0-Aspekten hingegen beschäftigen sich eher die Bücher von <a href="http://www.managingcommunities.com/">Patrick O&#8217;Keefe</a> und <a href="http://bokardo.com/">Joshua Porter</a>.</p>
<p><strong>Lesestoff</strong></p>
<p>[asa book]3940185078[/asa]</p>
<p>[asa book]3442127807[/asa]</p>
<p>[asa book]1422125009[/asa]</p>
<p>[asa book]0596527349[/asa]</p>
<p>[asa book]3540240748[/asa]</p>
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		<title>Sozialarchitektur oder gesellschaftlichen Wandel im Internet gestalten</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Jul 2009 16:32:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Weicht</dc:creator>
				<category><![CDATA[EduBar]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialarchitektur]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Kollektive Intelligenz]]></category>
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		<description><![CDATA[Schule 2.0 versteht sich als Bindeglied zwischen Theorie und Praxis, was das  Thema Internet und Schule betrifft. Um dem Artikel &#8220;Schnittstellen zwischen Theorie und Praxis&#8221; von lisarosa etwas entgegenzusetzen, wollen wir hier in loser Folge Artikel und Ideen zum Thema Sozialarchitektur (neudeutsch Social Architecture) veröffentlichen, die den Brückenschlag zwischen Technologie und Nutzung herstellen. Diese Interaktion [...]


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Schule 2.0 versteht sich als Bindeglied zwischen Theorie und Praxis, was das  Thema Internet und Schule betrifft. Um dem Artikel &#8220;<em><a href="http://lisarosa.twoday.net/stories/5778108/">Schnittstellen zwischen Theorie und Praxis</a></em>&#8221; von <a href="http://lisarosa.twoday.net/">lisarosa</a> etwas entgegenzusetzen, wollen wir hier in loser Folge Artikel und Ideen zum Thema Sozialarchitektur (neudeutsch Social Architecture) veröffentlichen, die den Brückenschlag zwischen Technologie und Nutzung herstellen. Diese Interaktion wird in der Informationstechnologie zwar schon seit ihren Anfängen durch die Bereiche <a href="http://www.webmonkey.com/tutorial/Information_Architecture_Tutorial">Informationsarchitektur</a>, <a href="http://www.usabilityfirst.com/methods/index.txl">Usability</a> und Co. abgedeckt, jedoch beschränkte man sich hier konzeptionell auf die Interaktion innerhalb des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mensch-Maschine-System">Mensch-Maschine Systems</a>. Durch das Internet hat sich diese Sichtweise jedoch radikal erweitert. Menschen interagieren jetzt primär durch die Maschine mit anderen Menschen. Während man früher daran arbeitete Maschinen und Menschen eine gemeinsame Sprache beizubringen (Der Desktop als Metapher für meinen Schreibtisch), verlagern sich im Web und vor allem in sozialen Netzen die Anforderungen an die technischen Werkzeuge. Sie müssen sich den menschlichen Kommunikationsgewohnheiten und -bedürfnissen anpassen um erfolgreich zu sein.<span id="more-528"></span></p>
<p>Wer also Informationstechnologie erfolgreich zur Interaktion zwischen Menschen einsetzten will, muß wissen wie Menschen kommunizieren. Daher ist hier ein Brückenschlag der wissenschaftlichen Disziplinen nötig. So wie sich Neurobiologie und Psychologie logisch ergänzen, benötigt ein sinnvolle Nutzung der Meta-Maschine Internet nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse über den Dialog des einzelnen mit der Webseite, sondern auch der Nutzer untereinander. Informationstechnologie bekommt damit eine soziale und gesellschaftliche Verantwortung. Es geht also nicht mehr nur um Informationsarchitektur, sondern auch um die Architektur des sozialen Miteinanders, wie wir seit &#8220;<em>Spick mich&#8221;</em> spätestens wissen.<br />
<strong></strong></p>
<p><strong>Die digtale Blaupause der Gesellschaft</strong></p>
<p>Dieses gesellschaftliche System ist einem ständigen Veränderungsprozeß unterworfen, durch äußere Zwänge oder Egoismus und Altruismus innerhalb der Gesellschaft. Der einzelne Mensch unterliegt dabei einem ständigen Lernprozeß, der in verschiedenen sozialen Untersystemen (Ehe, Familie, Arbeit, Schule, Verein) stattfindet, wobei die darin gewonnen Erfahrungen von einem System in das andere übertragen werden.  Soziale Strukturen stehen also auch in einem Kontext zueinander. Diese soziale Struktur wird auch immer mehr zur Blaupause einer sich digital vernetzenden Gesellschaft.</p>
<p>Wir leben dabei unsere verschiedenen sozialen Rollen auf  diversen Plattformen Online aus, erstellen dafür passende Freundeskreise, die in dem sozialen System entsprechend untereinander kommunizieren.  Es entsteht dabei keine Kopie der Realität, sondern das digitale Adäquat unserer Bedürfnisse. Bei <em>Myspace</em> ist das etwas bunter als bei &#8220;<em>Wer kennt Wen</em>&#8221; und auf  <em>Facebook</em> hegt man einen anderen Umgangston als bei <em>Xing</em>.</p>
<p><strong>Schule ist ein Soziales Netzwerk</strong></p>
<p>Leider beschränkt sich die Diskussion beim Thema Schule und Internet in vielen Bereichen auf die Digitalisierung des Lernprozesses. Das Schüler aber nicht nur Lernen, sondern auch kommunizieren wollen, wissen wir spätestens seit <em>SchülerVZ</em>. Schule ist der wichtigste Ort der Kommunikation, denn hier verbringen Jugendliche den Großteil ihrer Zeit. Hier knüpfen und pflegen sie soziale Kontakte. Wer Schule also im gesellschaftlichen Kontext betrachtet, muß genau hinsehen. Er wird erkennen, daß Schule im Netz nicht meint eine webbasierte Anwendung zur Lernunterstützung auf einem Webserver zu installieren und nun auf die pädagogische Heilsbringung durch den technischen Fortschritt zu warten, sondern sich Gedanken über die kommunikativen Aspekte, den Dialog innerhalb der Schule zu machen und wie ihn technische Möglichkeiten dabei unterstützen können und den Dialog einleiten und verstärken können.</p>
<p><strong>Ein Soziales Netzwerk Online zu entwerfen ist eine weit empfindlichere Angelegenheit, als die meisten denken</strong></p>
<p>Wenn ein Architekt einen körperlichen Raum der Gemeinschaft entwirft, betrachtet er auch die sozialen Aspekte der Interaktion in diesem Raum. Ein Großraumbüro kann offen gestaltet werden, es kann aber auch wie ein Cubical wirken. Der Raum kann dadurch Individualität, Privatleben und Respekt fördern, aber auch Zusammenarbeit, Ablenkung und Kommunikation verhindern. Auch wenn der architektonische Prozess abgeschlossen ist und es gewisse sozialen Vorgaben für die Gruppe gibt, so kann der Einzelne innerhalb dieser Vorgaben sich den sozialen Raum “<em>personalisieren</em>”. Bürotüren können offen gelassen werden um Dialogbereitschaft zu signalisieren oder auch nicht, um ein plakatives Beispiel zu nennen. Das ist körperliche Architektur. Die Informationsarchitektur von Online-Communities ist jedoch <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deterministisch">deterministisch</a> und weit weniger flexibel. Sie definiert durch Computercodes mit wem ich sprechen kann, zu welchen Informationen ich Zugang habe und wo ich hingehen darf und wo nicht. Online ist Informationsarchitektur daher auch immer Sozialarchitektur.</p>
<p>Marshall McLuhan: “<em>The form and constraints of a medium shape the thoughts and behaviors of those who use them. Every user interface and information architecture is a different medium that has a fundamental influence on its users’ thoughts.</em>”</p>
<p>Jedes Webangebot baut daher auch auf einem sozialen Konzept auf, hat so etwas wie ein Mantra. Das unterscheidet <em>Flickr</em> von <em><a href="http://www.shutterfly.com/">Shutterfly</a></em>. Während <em>Flickr</em> in eine gemeinsame Welt einlädt, um dort mit anderen Fotos und Erinnerungen zu teilen, ist <em>Shutterfly</em> benutzerorientiert und läßt nur ausgewählte Freunde und Familienmitglieder an den Bildern teilhaben. Auch wenn man nun ohne Probleme bei <em>Shutterfly</em> die kommunikativen Funktionen von <em>Flickr</em> implementieren könnte, so würde sich nichts am grundlegenden sozialen Konzept (teilen vs. besitzen) ändern.</p>
<p>Wer also eine Online-Plattform bruchstückhaft aufbaut, indem er einzelne “<em>Features</em>” zusammenträgt, die isoliert betrachtet sinnvoll erscheinen, sieht nicht , das er langfristig damit auch eine soziale Architektur schafft. Diese Funktionen können durchaus auch widersprüchlich sein zu der Sozialdynamik, die sie erzeugen. Als aktuelles Beispiel kann hier der Versuch von Facebook gesehen werden, den Nutzerfeed in Richtung Twitterfunktionalitäten und mehr Öffentlichkeit zu erweitern. Gefragt sind Online-Konzepte, die auf ein breites Niveau und nicht Details aufbauen, indem sie sich erst Gedanken über die Sozialarchitektur machen und sich dann erst die passenden technischen Möglichkeiten zur Umsetzung suchen.</p>
<p>Mit der Idee “<a href="http://blog.schulezweipunktnull.de/2009/06/edubar-kommen-die-bildungsverbesserer/"><em>EduBar &#8211; Die Bildungsverbesser</em></a>” soll genau dieser Prozeß, der Austausch und Dialog zwischen den Disziplinen, der der Pädagogik und der der digitalen Kommunikation eingeleitet werden, um den Rahmen für neue Bildungskonzepte zu schaffen und bestehende zu unterstützen und weiterzuentwickeln.</p>


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