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Einladung zum Frankfurter Abend mit @voelkerkunde

Kategorie: Lesestoff | Tags: | Kommentare deaktiviert

Am 23. April 2010 ab 19:30 Uhr liest das Frankfurter Reimtalent Dirk Dohnal und Autor von voelkerkunde.net im Oeldorado komische Gedichte aus seinen Werken: „Saint-Tropez im Sommerschnee“ und „Einen Vogel muss man haben“. Kulinarisch gibt es Frischkäse mit Radischen, Handkäse aus Langöns mit und ohne Musik und leckeres Sachsenhäuser Brot. Die Apfelweinhandlung Jens Becker in Frankfurt-Bornheim schenkt feinste Stöffchen ein. Tickets an der Abendkasse: 12 Euro für Getränke und Speisen Verbindliche Zusagen bis 19. April per Mail an info@oeldorado.de oder Telefon 069-61992433. Die Plätze sind limitiert.

zum Autor

Dirk Dohnal wuchs als Arbeiterkind, für die damaligen und heutigen Verhältnisse unpassend, in einer Gründerzeitvilla im noblen Frankfurter Holzhausenviertel auf, welche arschgrad’ ums Eck der Pardon Redaktion stand; was er nicht wissen konnte, sich allerdings herausstellen sollte.

Später wurde er an den Rand Bornheims verpflanzt, sodass sein Schulweg für einige Jahre am Pizza Peter vorbeiführte. Im Günthersburgpark übte er sich in unmittelbarer Nähe jener Bäume täglich im Fußballspielen, vor denen sich die Herren Eilert, Knorr und Gernhardt für ihr Sammelalbum Die Drei derzeit ablichten ließen.

Einer seiner besten Freunde besitzt eine zweistellige Titanic Abonnentennummer, er selbst verwaltet mehrere komplette Jahrgänge dieser Zeitschrift und wohnt heute in Bockenheim unweit deren aktuell angemieteten und hoffentlich sinnvoll genutzten Redaktionsräumen. Musste das abfärben? Oder hätte es auch gar nicht anders kommen können?

Seit September 2009 jedenfalls schreibt er mit Verve Gedichte, hat ein Buch, ein Büchlein und ein Twitter Literaturprojekt auf der Messlatte und bastelt parallel an mehreren weiteren Publikationen.

Er hat kürzlich seine Wohnung einer Entrümpelung und Komplettrenovierung unterzogen und rechnet fest damit, von den anstehenden Erfolgshonoraren das eine oder andere schicke Möbelstück erwerben zu können. Mit einer aus der Luft gegriffenen Stegreifdeutung eines Gottfried Benn Gedichts erzielte er bei seiner mündlichen Abiturprüfung 14 Punkte.

Bei Lesungen ist er an einem überdimensionierten rostbraunen Cordjackett mit literaturverdächtigen Ellenbogenlederflicken zu erkennen. Theater findet er scheiße und er schreibt vorwiegend im Sitzen.

Leseproben

WENN

Wenn die Minarette stürzen,
dann fallen Kirchen hinterdrein,
wenn lichterloh Moscheen brennen,
brennen sich Hindus einen rein.
Wenn Mayatempel sich zerlegen,
fällt dominogleich Stonehenge um,
wenn die Buddhistenklöster beben,
dann gucken die Buddhisten dumm.
Wenn Synagogen sich verbiegen,
dann klappert’s an der Klagemauer,
wenn Totempfähle seitwärts fliegen,
tragen die Voodoozombies Trauer.
Wenn Jehovas Zeugen zeugen,
dann treiben Liberale ab,
wenn Eintrachtstürmer knapp vorbei ziel’n,
dann stöhnen Eintrachtfans: „Gott, war das knapp!“

NATURGEWALTEN
1
Könnte sein,
ein Wind käme geblasen,
risse Dich und mich
von unserm Ast.
Wehten übern Rasen
braun und still,
zwei trockene Blätter
ohne Clorophyll.
2
Könnte sein,
es käme eine Welle,
spülte Dich und mich
aus unserm Boot.
Trieben auf der Stelle
braun und stille,
zwei nasse Paddel,
ganz Gottes Wille.

Unter Umständen lässt er sich dazu hinreißen, zum Abschluss der Veranstaltung das eine oder andere Original Schrammellied aus Frankfurt am Main zum Vortrag zu bringen.

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