CodingBattle Präsentation @SocialBar #ffm
Kategorie: Brainware, Coding Battle | Tags: Kollektive Intelligenz, Präsentation, Social Networks | 2 Kommentare »
Mit der Idee von der CodingBattle ist’s wie mit dem Ei. Hast Du keinen Hahn gibt’s kein Ei. Hast Du keine Henne gibt es auch kein Ei. Und so habe ich bei der letzten SocialBar in Frankfurt kurzerhand das Thema einigen NGOs vorgestellt um zu sehen ob da ‘was geht oder es doch nur eine spinnerte Idee eines unverbesserlichen Weltverbesserers bleibt.
Das Echo war durchaus positiv, auch wenn einige Fragen und Kritiken unbeantwortet geblieben sind. Aber das hat nun mal ein Rohkonzept so an sich. Da die Bilder lustig, aber nicht unbedingt selbsterklärend sind hier noch mal ein Gedächtnisprotokoll der Präsentation.
CodingBattle Konzept Version 0.5
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Snoop Dogg: hip-hop is what makes the world go around
Nach dem es im Vorfeld schon Bedenken aufgekommen sind, ob ich da nun einen Fight-Club 2.0 planen, bei dem sich die Leute dissen und der Verlierer zur digitalen Dschungelprüfung antreten müsse hier einen kleinen Crashkurs in sozialer Jugendkultur. Der Idee basiert auf dem Konzept der Battle im Hip-Hop.
Es geht darum sich in seiner Disziplin zu messen, sei es Breakdance, Graffiti, DJing, Beatboxing, oder was auch immer. Über sein eigenes kreatives Potenzial hinaus zuwachsen, dafür Anerkennung zu erfahren, aber auch anderen Respekt zu zollen, wenn sie totale schöne Sachen “derben Shit” abgeliefert haben. Durch die Kombination aus sozialen, unterhaltenden, kreativen und spielerischen Elementen, die Fokusierung auf ein Wochenende entsteht der größtmögliche Output an Kreativität innerhalb einer Gruppe.
Jeder der selbst an einem HipHop-Event teilgenommen hat, weiß von was ich rede. Es geht bei einer Battle also nicht um Hass und Gewalt, sondern um Peace und Happiness.
Make your life a mission – not an intermission
Warum sind wir also hier? Nun, da Du mein Blog liest, attestiere ich mal einen leichten Hang zur Philanthropie. Wie sehen ein Problem ein Ungleichgewicht und haben die Vorstellung einer Lösung. Wir nennen das mal salopp den “Fix This”-Effekt. Wir wollen dabei etwas bewegen. Von A nach B kommen. Vom Problem hin zur Lösung. Anfangs sind wir oft alleine, aber über Kommunikation schließen sich uns weitere Menschen an und schon haben wir eine Bewegung mit einer Aufgabe, einem Ziel. Man könnte das nun organisatorisch als ein Projekt klassifizieren, aber da es altruistische Züge annimmt und dem mit mathematische Logik nicht beizukommen ist nennen wir es nicht Projekt, sondern Mission.
Meine Mission seit über 20 Jahren? Verstehen wie wir das Netz nutzen, und helfen dieses Erlebnis zu verbessern. Wie nutzt das Individuum für sich das Netz? Wie interagiert es mit der Maschine, der Technik? Wie wirkt sich das auf die Kommunikation zwischen zwei Menschen aus? Können soziale Gefüge und Systeme im digitalen Raum enstehen, oder funktioniert das nur, weil wir gelerntes Verhalten einfach übertragen? Viele Fragen, deren Antworten sich oft in sozialen, psychologischen aber teilweise auch mathematischen Gesetzmäßigkeiten finden und die damit auch entscheiden ob eine Technik ein Hype oder ein Flop wird.
Leider kann man mit Sozial-Architektur und digitaler Anthropolgie kein Geld verdienen, daher versuche ich diese Erkenntnisse in einem Design-Prozess in greifbaren Lösungen umzusetzen. Social Media ist mit dem Hintergrund für mich also immer mehr als ein Sammelsurium von Web 2.0 Werkzeugen.
Daniel Keys Moran: Well, the future of the Internet is … Reality.
Was ist also Social Media? Ein Begriff, zwei Worte und sehr gegensätzliche Komponenten. Zum einen “Media”, der Vermittlungsträger von Informationen, der oft haptisch und konkret beschreibbar ist und zum anderen “Social”, die wechselseitigen Bezüge unseres Zusammenlebens, die oft diffus und einer ständigen Veränderung unterworfen sind. Social Media bringt damit also schon ein konzeptionelles Spannungsfeld mit.
Was ist nun “Social” in diesem Zusammenhang? Es beschreibt oft Menschen, die sich um eine Thema herum zusammenfinden. Manchmal geschieht dies freiwillig, weil man auf einer Mission ist, manchmal unter Zwang, weil es zur gesellschaftlichen Gesetzmäßigkeiten gehört, wie z.B. in Schul- oder Arbeitssituationen.
In diesem Prozess entsteht innerhalb der “sozialen” Gruppe eine Struktur, unter Zwang bildet sich daraus eine Hierarchie um mittels Kommunikation nun das Handeln zu steuern und die Seele der Gruppe zu “steuern”. (Mehr dazu in “Die seelische Einheit der Masse“)
“Social” findet damit immer Offline, in der “Realität”, statt. Sprechen wir nun von “SocialNetworks”, dann ist es nichts anderes als soziale Gruppen, die den Weg ins Netz geschafft haben, wie z.B. Schüler bei SchülerVZ oder Hobbyköche bei Chefkoch.de. Bei der CodingBattle sollen vorallem Gruppen angesprochen werden, die diesen Schritt noch nicht vollzogen haben oder aber Schwierigkeiten beim Start haben. NGOs zum Beispiel.
Was ist nun “Media”? Eine Menge Technologie mit der kommuniziert werden kann. Dabei zeigt sich im Rückblick der letzten Jahre, das Technologie nach wie vor keine Seele entwickeln konnte. Es sind nach wie vor die Menschen, die das Medium mit Leben füllen. Web 2.0 liefert damit technische Lösungen für Fragen, die wir z.T. noch nicht gestellt haben. Es gilt daher den virtuellen Werkzeugkasten mit Leben, mit Realität zu füllen. Wir tun dies nicht um einem Erfindern einen Gefallen zu tun, sondern weil sie aus der BENUTZUNG der Werkzeuge eine persönlichen oder sozialen NUTZEN ziehen.
Alice in Wonderland trifft Nightmare on Elm Street
Bringen wir nun die zwei Pole “Social” und “Media” zusammen entsteht eine Kettenreaktion, manchmal positiv (Alice im Wonderland, wie bei Ushahidi) manchmal negativ (Nightmare on Elm Street, wie bei der GEZ) und manchmal passiert gar nix. Oft glaubt man nur durch den Einsatz von Technologie, die Welt retten zu können, zum anderen gibt es aber auch Gruppen, die dazu beitragen könnten, denen aber der Zugang oder das Wissen um die passende Technologie fehlt.
Die CodingBattle will dieses Ungleichgewicht lösen und beide Komponenten, Social und Media, offline zusammenzubringen um eine kontrollierte Kettenreaktion, mit konkreten Ergebnissen zu produzieren. Es geht dabei zu wie im richtigen Leben. Man lernt sich kennen und evtl. auch lieben, weil die Chemie stimmt, man heiratet, bringt Kinder auf die Welt und wenn es mal nicht mehr funktioniert dann trennt man sich wieder. Es geht also nicht um eine langfristige Bindung, sondern um einen ergebnisorientierten übersichtlichen Zeitraum.
Die Lösung ist dabei sehr Simple. Wir haben einen Haufen, der weiss wie es geht und sich SocialMedia-Experten schimpft und wir haben einen Haufen, der weiss das er es braucht und sich NGO nennt. Die CodingBattle bringt diese beiden Gruppen zusammen und sorgt damit dafür, dass man vom ‘drüber reden zum ‘drüber handeln kommt.
CodingBattle: Die Spielregeln
Wie sieht jetzt die Umsetzung der CodingBattle konkret aus? Die Spielregeln sind noch nicht in Stein gemeiselt und auch von den beteiligten Parteien abhängig. Es werden im Vorfeld sowohl Coding-Teams, bestehend aus den für die Umsetzung nötigen Disziplinen Konzept, Technik & Design, als auch NGOs “gecasted”, um sicherzustellen, das die Challenge auch zu bewerkstelligen ist. In einem Pre-Meeting stellen NGOs ihre konkreten Problemfälle vor.
In einem gemeinsamen Brainstorming werden konkrete Lösungsansätze entwickelt und ein Projektziel pro NGO ermittelt. Die Coding-Teams werden daraufhin den NGOs zugeteilt und machen sich vor Ort an die Umsetzung. Nach 48h präsentieren die Projektteams ihre Ergebnisse und die Besucher entscheiden über die beste Umsetzung. Vom Format her ist die CodingBättle also ein BarCamp für die Hände.
Bertolt Brecht: Nur belehrt von der Wirklichkeit, können wir // Die Wirklichkeit ändern

Kann die CodingBattle funktionieren? Wir sind immer gesellschaftlichen Veränderungen unterworfen. Manche steuern wir bewußt, manche ergeben sich durch sich verändernde Rahmenbedingungen. Es gibt also keine SocialMedia-Revolution, sondern nur einen evolutionären Wandel in der Nutzung der Werkzeuge um miteinander zu kommunizieren.
Auch die Flut der technologischen Möglichkeiten ist typisch für den Anbruch eines neuen technologischen Zeitalters. Auch zur Zeiten des Fernsehen würden wir mit Vorhersagen und Prophezeiungen überschüttet, die sich im Rückblick als überbewertet herausstellten.
Es gilt also das Augenmerk nicht auf den kurzfristigen technologischen Media-Hype zu lenken, sondern auf die mittel- und langfrstigen Veränderungen im “Social”, die Media evtl. unterstützen kann. Wir werden vernetzter agieren, in flacheren Strukturen mit agilen Methoden uns weiterentwickeln. Dabei wird altes wegbrechen, weil es ausgedient hat, und neues entstehen, weil es uns hilf uns als Spezies voranzukommen.
Unsere Mission als Weltverbesserer und “Digital Natives”? Diese Veränderung mitzugestalten, was heute Angesichts der technischen Möglichkeiten noch nie leichter war als je zuvor. Das geht sowohl in der Gruppe (CrowdSourcing) als auch als Individuum (Microactivism). Doch in der Gruppe erzielt dieses Mitgestalten eine höhere Dynamik, sorgt für schnellere und bessere Ergebnisse und stärkt das soziale Miteinander. Die mittel- und langfristigen gesellschaftlichen Veränderungen, die von neuen Online-Technologien unterstützt werden, erzeugen auch neue Offline-Formate der Zusammenarbeit.
CodingBattle will dafür ein Angebot sein und ist damit nicht alleine. Formate wie Google Chrome Extension Battle in Frankfurt, Startup @ Berkley oder das WirkCamp in Leipzig im Mai zeigen das SocialMedia auch Offline einiges bewegen und Menschen zum Handeln anregen kann. Somit liegt die Zukunft von Web 2.0 nicht im Netz sondern vor der Tür.
Und wie geht es jetzt weiter? Gebt Feedback. Hier, hier oder so wie Kikuyumoja. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
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[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Wolfgang Weicht erwähnt. Wolfgang Weicht sagte: @Annellchen Das sind alles meine #Homies http://ow.ly/1H7Ea & http://ow.ly/1H7F2 [...]
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