"Jede Folgerung, die wir aus unseren Beobachtungen ziehen, ist meistens voreilig: Denn hinter den wahrgenommenen Erscheinungen gibt es solche, die wir undeutlich sehen, und hinter diesen wahrscheinlich noch andere, die wir überhaupt nicht erkennen." Gustave Le Bon

Potenzgesetze für eine bessere Welt // Teil 1.


Erstellt: 16. Januar 2010 | Autor: Wolfgang Weicht | ein Kommentar »
Kategorien: Brainware, Sozialarchitektur | Schlagworte: , ,

powerlawPotenzgesetze, im englisch bildhaft als “Power laws” bezeichnet, beschreiben Eigenschaften von Zuständen, Vorgängen und Verhältnissen, bei denen auch bei Skalierung der Betrachtungsgrößen die Eigenart oder Charakteristik inklusive seiner Eckwerte weitestgehend exakt gleich bleibt, so dass ein Zustand der Universalität gegeben ist. Dabei wird die Abhängigkeit zweier Faktoren betrachtet, von denen sich der eine exponentiell entwickelt, während der andere lienar verläuft. Das klassische Beispiel hierfür ist die Wahrscheinlichkeit für Erdbeben. Ein Erdbeben mit doppelter Größe kommt viermal seltener vor.

Potenzgesetze kommen dabei in der Natur als auch in sozialen Netzen vor und sind damit ein fester Bestandteil der wissenschaftlichen Forschung. Ich halte sie bei Überlegungen zu den Aspekten der Netzkultur für wichtig, da sie sowohl das Netzwerk als Lebensraum, als auch die Menschen, die in ihm interagieren, helfen zu beschreiben. Dies ist zudem interessant für den ständig wachsenden Teil eine wissensbasierte Wirtschaft, die sich dieser Gesetzmäßigkeiten oft nicht bewußt ist und unter den Begrifflichkeiten “Social Media” und “Enterprise 2.0″ so manchen Rohrkrepierer erlebt hat.

Viele von diesen Gesetzmäßigkeiten sind durch ein hohes Maß an Forschung, Daten und Mathematik untermauert, während andere nur dem gesunden Menschenverstand und der sichtbaren Wahrheit folgen. Hier nun einige der Regeln für eine bessere Welt in alphabetischer Rheinfolge.

Amaras Gesetz

amara

“Wir neigen dazu, die Auswirkungen einer Technologie auf kurze Sicht zu überschätzen und unterschätzen die Wirkung auf lange Sicht.”

Dies betrifft seit der Erfindung des Buchdruckes alle wichtigen technologischen Veränderungen in unsere Gesellschaft: Der Hype-Zyklus, der die Wahrnehmung des Wandels begleitet. Nach der ersten Adaption erfolgt die Enttäuschung, das die erwarteten Veränderungen nicht so schnell eintreten wie erhofft. Die Berichterstattung über die neue Technologie nimmt ab, führt langfristig jedoch über eine realistische Einschätzung wieder auf den Pfad der Erleuchtung. Es entsteht ein Verständnis für die Vorteile, die praktische Umsetzung, aber auch für die Grenzen der neuen Technologie. http://en.wikipedia.org/wiki/Roy_Amara

Beckstroms Gesetz

beckstrom

Ursprünglich von Rod Beckstrom formuliert ist Beckstroms Gesetz eine Möglichkeit, die Berechnung den tatsächlichen Wert eines Netzwerks zu ermitteln. Die Prämisse ist, dass durch das Entfernen des Netzes und die Berechnung alternativer Möglichkeiten, die Möglichkeit besteht den wahren Wert eines vernetzen Geschäftsprozesses zu ermitteln. http://en.wikipedia.org/wiki/Beckstrom%27s_law

Dunbars Zahlen

dunbar

Während eine Vielzahl von Diskussionen zum Thema oft nur variieren, bleiben Dunbars Zahlen als nützliche Warnung bestehen, dass unsere sozialen Kapazitäten nämlich begrenzt sind. Wir sind Schätzungen zufolge in der Lage rund 150 aktive sozialen Beziehungen zu pflegen, darüber hinaus setzt eine Überbelastung ein und verliert das persönliche Netzwerk an Effektivität. Das Konzept von sozialen Netzwerken ist also technisch zwar beliebig skalierbar, jedoch stößt die Beteiligung und Aufmerksamkeit des einzelnen dabei an eine natürliche Grenzen. http://en.wikipedia.org/wiki/Dunbar%27s_number

Gilders Gesetz

gilder

Gilders Gesetz besagt, dass sich die Netzwerk-Bandbreite alle 18 Monate verdreifacht. Es bedeutet damit auch, das sich unsere Möglichkeit zur Kommunikation schneller verbessert als die eigentliche Rechenleistung steigt. Die Kosten für Kommunikation, egal wie komplex, laufen damit in relativ kurzer Zeit gegen Null und es kommt zu einer zunehmenden Verschwendung der Kommunikationsmittel. http://en.wikipedia.org/wiki/George_Gilder

Goodharts Gesetz

goodhart

Die Idee besagt,daß sobald ein Sozial- oder Wirtschaftsindikator oder anderes Maß als Ziel definiert wird, um eine Sozial- oder Wirtschaftspolitik durchzusetzen, dieses Maß seinen Informationsgehalt verliert, den es für diese Rolle qualifizieren würde. Es ist keine eingängige Grundregel, und Goodharts Gesetz zeigt, das Sozialsysteme häufiger einer größeren Dynamik unterliegen sind, der mit reiner Logik nicht beizukommen ist. Eine Idee, die tiefe Auswirkungen für die Messbarkeit von Communities hat. http://en.wikipedia.org/wiki/Goodhart%27s_law

Hawthorne Effekt

hawthorne

Der Hawthorne-Effekt ist ein Phänomen der gruppenbasierten Beobachtungsstudien. Teilnehmer einer Studie können ihr Verhalten ändern, wenn sie wie wissen das sie Bestandteil einer Untersuchung sind. Auf die Arbeitswelt übertragen ergab sich daraus die Erkenntnis, dass die menschliche Arbeitsweise nicht nur von den objektiven Arbeitsbedingungen, sondern ganz wesentlich auch von sozialen Faktoren geprägt ist. Dieser Effekt kommt auch beim Aufbau von Online-Communities zum tragen. Entscheidender als die technische Umsetzung und die Rahmenbedingungen ist das soziale Gefüge der Menschen innerhalb dieses sozialen Netzwerkes. http://en.wikipedia.org/wiki/Hawthorne_effect

Hotellings Gesetz

hotelling

Es besagt, dass rational handelnde Produzenten versuchen, ihre Produkte so ähnlich wie möglich im Vergleich zu ihren Wettbewerbern zu gestalten. Hotellings Gesetz wird auch als das “Prinzip der minimalen Unterscheidung” bezeichnet. Im Zeitalter von Long Tail und Mass Customizazion scheint Hotellings Gesetz in vielen Online-Bereichen noch immer zu gelten. Ähnlichkeit erzeugt oft Aggregation, die zu einem Netzwerkeffekt innerhalb der Mitglieder und der Gruppe als ganzes führt. Obwohl wir uns heute mit Gott und der Welt vernetzten können, suchen wir also Bereiche auf, die eine Mutation unseres eigenen Ichs sind, sowohl emotional als auch rational. http://en.wikipedia.org/wiki/Hotelling%27s_rule

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ein Kommentar on “Potenzgesetze für eine bessere Welt // Teil 1.”

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    [...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Wolfgang Weicht, Andreas T. erwähnt. Andreas T. sagte: RT @schulezweinull: #KritscheMasse : Potenzgesetze für eine bessere Welt // Teil 1. http://ow.ly/16lZCV [...]


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