Jede Schule ist ein Social Network, jede Schule ist Spickmich.de
Kategorie: Brainware, Schule 2.0 | Tags: Schule, Social Networks, spickmich.de | 4 Kommentare »
Bedingt durch die aktuellen Ereignisse im Iran und die Diskussion zum Thema #zensurusla zeigt sich immer deutlicher welche gesellschaftlichen Umwälzungen das Medium Internet mit sich bringt. Bildlich gesprochen: “Die ersten Wellen des Mediums schlagen an’s Ufer.” Noch sind sie klein, doch sie sorgen jetzt schon für Diskussionen in allen Bereichen der (vernetzten) Gesellschaft, sei es zu Fragen der Privatsphäre (Persönlichkeit), Meinungsfreiheit (Öffentlichkeit) oder dem Recht am geistigen Eigentum (Besitz) und diese Wellen werden sich mit dem technischen Fortschritt verstärken.
Auch wenn in der Offline-Diskussion vom Internet oft als abstruse Parallelwelt gesprochen wird, so ist sie nichts anderes als ein Spiegelbild der Gesellschaft. Das was sich in der “Realitiät” findet, findet sich auch im Internet, mit allen positiven und negativen Auswirkungen. Es kann Menschen schlauer machen es kann sie aber auch dümmer machen. So wie alle anderen Medien auch zuvor. Medien erlauben uns jene kommunikative Bedürfnisse zu befriedigen, die seit der Steinzeit dem Menschen innewohnen und die der Grund für ihren Erfolg sind.
Zu Zeiten der analogen Medien waren die technischen Rahmenbedingungen jedoch erschwert. Die Produktion war einem kleinen Personenkreis vorbehalten, der zudem die Nutzung und Verbreitung des Mediums kontrollieren konnte, der Rest der Menschheit war zum passiven Konsum verdammt. Durch die Digitalisierung und das Medium Internet sind diese zwei Hürden verschwunden. Es hat den gesellschaftlichen Dialog demokratisiert. Hier liegt sozusagen der Pfeffer begraben, und die Ursache manch unsäglicher Diskussion, die durch das Mediendorf getrieben wird.
Als aktuelles Beispiel sei hier die Diskussion um spickmich.de aufgeführt, die zeigt das eine Kultur der Auseinandersetzung zwischen Schülern und Lehrern nur unzureichend vorhanden ist, bzw. wie schwer sich der pädagogische Verband mit der Thematik und der zugrunde liegenden Umwälzung tut. Für Schüler ist Schule mehr ist als ein Ort der reinen Wissensvermittlung, sondern vor allem (!) ein Ort der Kommunikation. Darauf basiert der Erfolg dieser Plattform. Durch ein klassisches Verbot (Stoppschild ich komme) könnte man jetzt zwar die Ergebnisse unterbinden, jedoch nicht das Bedürfnis innerhalb der Schülerschaft.
Stattdessen sollte diese Entwicklung, als Chance begriffen werden gemeinsam aus diesem Bedürfnis eine konstruktive Lösung herbeizuführen. Schule ist mehr als Bücher und Noten. Schule ist auch ein Ort der Auseinandersetzung und Kommunikation, sowohl unter Schülern als auch zwischen Lehrern und Schülern. Die Abbildung dieser sozialen Struktur auf technischer Ebene bedarf daher mehr als die Bereitstellung von Online-Lösungen, die sich zum einen nur auf einen Teilaspekt des Systems “Schule” beschränken, nämlich der Wissensvermittlung in Form von reinen Lernplattformen und zum anderen Versuchen die Hierarchie des Schulalltags zu digitalisieren. Schule braucht durchaus Verwaltungssoftware, für Verwaltungsaufgaben. Schule hat aber auch eine Chance mit als “Social Network”, denn Schule ist ein soziales Netz, dessen sind sich SchülerVZ und Facebook bewußt , nur leider nicht die Schulen selbst.
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[...] auch: >> “Es fehlt die Waffengleichheit”. Im Schule 2.0 Blog schreibt Wolfgang Weicht >> Jede Schule ist ein Social Network, jede Schule ist spickmich.de. (Das Blog zitiert im Übrigen Hartmut von Hentig mit dem schönen Satz “Der Computer wird [...]
Danke für den Beitrag. Schule ist vor allem ein Ort der Sozialisation und die findet nun auch im Kulturraum Internet parallel statt. Ich gebe dir Recht, es fehlt die Integration aus beidem. Im Moment lernen die Kinder mit Papier und Bleistift und widmen sich nachmittags ihrem Medium mit dem Computer. Ich halte es für ganz wichtig diese Tatsache auch in den Unterricht einfließen zu lassen. Jede Gesellschaft ist ja auch ein Social Network. Ein Großteil der Kommunikation hat sich einfach nur verlagert.
Wenn Schule ins Netz abdriftet, macht sie es sich zu bequem.
Die gesellschaftlich wichtige Aufgabe liegt darin, die zu gewinnen, die funktionale Analphabeten sind. Die gewinnt man nicht mit Blogs und Wikis. Dafür braucht es die persönliche Begegnung.
Es geht hier nicht um Digital vs. Analog oder die Frage was “besser” oder “schlechter” ist. Es geht darum, wie die Schule auf Veränderungen reagiert und wie sie diese Veränderungen für ihre Ziele nutzen kann. Die Beziehung zwischen Lehrer und Schüler wird in der Schule, vor Ort, geprägt, sie kann jedoch Online vertieft werden. Wer Offline nicht kommuniziert und kooperiert braucht dafür auch keine Web-Werkzeug, denn er ist für ihr Möglichkeiten blind.